Interview

Warum Lumaria mehr als nur eine Fantasiewelt ist

Ein persönliches Gespräch mit Martina Hombach über die Idee hinter Emmas geheime Welt, große Gefühle und darüber, warum Kinderbücher manchmal auch Erwachsene erreichen.

Illustrierte Lumaria-Szene mit Baumhaus, Wegweiser nach Lumaria, Lichtwiese und Sternensee, einem aufgeschlagenen Buch mit goldener Feder und einem Mikrofon, dazu der Titel „Warum Lumaria mehr als nur eine Fantasiewelt ist“

Hinter Lumaria steckt mehr als die Idee für eine fantastische Kinderbuchwelt. Es ist eine Welt, die aus Gedanken, Erinnerungen, Fantasie und ganz viel Herz entstanden ist. Im ersten „Tintenzauber im Gespräch“ erzählt Autorin und Verlagsgründerin Martina Hombach, warum Emma für sie eine besondere Bedeutung hat, weshalb in ihren Geschichten auch schwierige Gefühle ihren Platz bekommen und was sie Kindern mit Lumaria mitgeben möchte.

Wenn du Lumaria in einem Satz beschreiben müsstest – was wäre Lumaria für dich?

Lumaria ist für mich ein Ort, an dem alles sein darf: Mut und Angst, Freude und Traurigkeit, Fantasie und Wirklichkeit. Ein Ort, an dem Kinder entdecken dürfen, dass sie genauso richtig sind, wie sie sind.

Wie entstand die Idee zu „Emmas geheime Welt“?

Am Anfang stand gar nicht der Gedanke, eine ganze Welt oder sogar einen eigenen Verlag zu erschaffen. Da war zunächst eine Geschichte. Nach und nach kamen Figuren, Orte und immer mehr kleine Details dazu. Irgendwann war Lumaria nicht mehr nur die Kulisse einer Geschichte – es fühlte sich an wie eine Welt, die weiterwachsen wollte.

Warum spielen Gefühle in deinen Geschichten eine so große Rolle?

Weil Kinder nicht nur fröhlich sind. Sie haben Angst, sind unsicher, fühlen sich manchmal ausgeschlossen oder glauben, etwas nicht zu können. Ich möchte diese Gefühle nicht einfach wegzaubern. In Lumaria darf Emma sie fühlen – und trotzdem ihren Weg weitergehen.

Emma ist also keine klassische Heldin, die immer mutig ist?

Nein, und genau das ist mir wichtig. Mut bedeutet für mich nicht, keine Angst zu haben. Emma darf zweifeln, traurig sein oder etwas nicht sofort schaffen. Sie entdeckt vielmehr, dass man auch mit einem kleinen bisschen Mut den nächsten Schritt gehen kann.

„Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Manchmal bedeutet Mut einfach, trotzdem den nächsten kleinen Schritt zu gehen.“

Was möchtest du Kindern mit Lumaria mitgeben?

Vor allem das Gefühl: Du bist nicht allein. Du darfst anders sein. Du darfst Fehler machen. Du darfst traurig sein. Und manchmal steckt viel mehr in dir, als du selbst gerade siehst.

Und was wünschst du dir für Tintenzauber?

Dass daraus ein Ort entsteht, an dem Geschichten nicht einfach nur gelesen werden. Ich wünsche mir einen Ort zum Entdecken, Träumen, Nachdenken und vielleicht manchmal auch zum Wiedererkennen. Für Kinder – und für die Erwachsenen, die sie begleiten.

Lumaria ist noch lange nicht fertig erzählt. Vielleicht ist genau das sein schönster Zauber: Mit jeder Geschichte, jedem Gedanken und jeder neuen Idee wächst die Welt ein kleines Stück weiter.